Berichte über Reisen und Reiseziele

18. Dez, 2017

Madeira wird auch die Insel des ewigen Frühlings genannt. Und das ist durchaus zutreffend. Denn die Insel liegt nördlich der Kanaren im Atlantik, das Klima ist daher recht ausgeglichen. Es wird selten zu heiß und auch im Winter nicht zu kalt.

Dies gilt allerdings nicht für die ganze Insel - es ist als Vorausschau bei der Wahl des Urlaubsortes angesagt.

Funchal - und der gesamte Süden der Insel - liegen auf der Sonnenseite der Insel. Hier war es z.B. im September sehr sonnig - und durchaus heißer als von uns erwartet. So ca. 30 Grad. Allerdings weht immer ein Wind vom Atlantik - daher war es erträglich. Im Winter machen die vielen gläsernen Windschutzwände rund um die Pools aber sicherlich Sinn. Hier in der Gegend wohnen die meisten Touristen. Und es bietet sich an. Zwar ist die Hotelzone von Madeira eher ohne Charme - es handelt sich um eine reine Hotelzone mit sehr vielen (Hochhaus) Hotels (was wir eigentlich nicht so mögen...) - aber der Blick aufs Meer ist vom Hochhaus auf den Klippen natürlich toll. Auch wenn Hochhäuser auf Klippen vom Meer aus betrachtet nicht so toll aussehen. Komfortabel sind alle Hotels, alle haben Pools und die meisten weitere Wellnesseinrichtungen und Fitnessräume. Und das ist notwendig - denn eine Strandinsel ist Madeira nicht. Es gibt quasi keine Strände. Und wenn, dann sind es Kies-Steinstrände, die wenig einladend wirken. Schön sind allerdings die vielen öffentlichen Meerwasserschwimmbäder, die es an fast jeder Ecke gibt. Der Eintritt ist moderat und man kann hier auch bequem ins Meer bzw. in abgeschirmte Felsbuchten einsteigen. Dazu gibt es Duschen, Umkleiden, Imbiss und Liegen und Sonnenschirme werden auch verliehen.

Wir haben im Hotel Baia Azul gewohnt, 4 Sterne, modern, sehr gutes Frühstücksbüffet (frische Eierspeisen, sogar Glutenfreies Brot und jeden Tag Sekt). In der Bar im obersten Stock (mit großer Terrasse mit tollem Blick über die Bucht von Funchal) finden regelmäßig ruhige, stilvolle Abendunterhaltungen statt (Folklore, Klavierspiel, Sänger).

Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall, abends auch einmal in die Altstadt von Funchal zu fahren. Es fährt ein Shuttle Bus vom Hotel (auch tagsüber) und zurück kann man günstig mit dem Taxi fahren (ca. 6 Euro). Der Shuttlebus hält direkt vorm CR7, dem Museum und Hotel, das Christiano Ronaldo gewidmet ist. Er ist eine Art Nationalheld von Madeira, der Flughafen ist auch nach ihm benannt. Das Museum haben wir uns allerdings gespart - ist wohl eher etwas für die wahren Fans...

Vom CR7 kann man am Meer entlang gehen, am Hafen entlang, die Talstation der Seilbahn passieren und kommt am Ende an einer gelben Festung am Meer an. Dort geht man in den noch ursprünglichsten Teil der Altstadt. Hier gibt es  malerische kleine Gassen, viele kleine Bars und Restaurants und viel Nachtleben, Kein Ballermann - aber es ist immer etwas los. Und es ist authentisch, hier gehen auch die Einheimischen aus. Und sie leben hier auch noch. Wir empfehlen die Restaurants "O Portao" (gute Fischgerichte) und "RISO" in dieser Gegend. RISO liegt etwas abgelegen, neben dem Zugang zu einem Schwimmbad, direkt über den Klippen. Für Madeira-Verhältnisse ist das Restaurant etwas teurer (ab ca. 15 Euro pro Hauptgericht) - aber dafür gibt es auch richtig feine, innovative Reisgerichte. Falls man jedoch keinen Reis mag - besser nicht hingehen.

An einem anderen Abend (oder tagsüber?) vom Hotel aus noch unbedingt diesen kleinen Spaziergang (ca. 30 Minuten Fußweg) machen: Unterhalb der Hotelzone gibt es eine Promenade, die im stetigen Auf- und Ab (ja, Madeira ist ein Gebirge im Meer) Richtung Praia Formosa führt (also in die entgegengesetzte Richtung von Funchal). Sobald man den Strand der Praia Formosa vorne/unten vor sich liegen sieht, scheint es erst einmal nicht weiterzugehen. Aber es geht weiter - auf sehr kreative Weise. Erst geht man eine Treppe hinunter, durchquert quasi ein Restaurant (soll sehr gut sein - aber wir hatten nicht reserviert - also keine Chance - beim nächsten Mal holen wir das nach) und dann kommt man durch einen Fußgängertunnel (zwischendurch tolle Blicke aufs Meer) und irgendwann kommt man am Strand an. Dort geht ein Holzsteig über die Steine - bis auch dieser wieder aufhört. Dann muss man rechts hoch zur Straße und dann die nächste Gelegenheit wieder die Stichstraße zum Strand runter. Dort folgt die nächste Strandpromenade. Und dort gibt es ein paar einfache Strandbars. Uns hat das Barra Azul sehr gut gefallen. Es ist einfach, man sitzt auf Plastikstühlen an Plastiktischen und man bekommt zum Essen ein Papiertischtuch. Aber der Blick aufs Meer ist so schön (besonders abends).  Die Gerichte sind preiswert (7-12 Euro) und für 22 Euro bekommt man einen Reis-Meeresfrüchte-Topf für 2 Personen. Für diese Qualität würde man in Deutschland das Doppelte zahlen. Außerdem ist der Poncha hier sehr gut. Poncha ist ein lokales Getränk auf Madeira aus Rum, Saft und Honig - sehr lecker. 

Madeira Wein gibt es natürlich auch - dies ist aber eher ein Dessert-Wein. Man kann an vielen Orten der Insel Verkostungen vornehmen, so z.B. in Camara de Lobos. Wohin man thereotisch von der Praia Formosa aus weiter am Strand entlang laufen kann. Dies war uns für abends allerdings zu weit. Deshalb haben wir den Ort bei einer Inselrundfahrt erkundet. Und auf der Inselrundfahrt sind wir auch in den Norden der Insel gekommen. Und haben gesehen, dass man innerhalb von 30 Minuten komplett verschiedene Klimazonen erleben kann. Auf nur relativ wenigen Kilometern. Eben noch im sonnigen Süden. Dann mitten in den Wolken auf den höchsten Pässen der Insel. Dann Abfahrt in den Norden, dort ist das Klima mehr als wechselhaft. Zwar mild - aber auch oft regnerisch oder wolkig. Die Meerwasserschwimmbäder (vor allem in Porto Moniz) sind zwar wunderschön - aber bei gerade mal 20 Grad und bedecktem Himmel haben wir sie dann doch nur von außen bewundert.

Also: Besser im Süden wohnen - und in den Norden Ausflüge machen. 

Bedingt durch die großen Höhenunterschiede benötigt man zwar immer einige Zeit für die Strecken. Aber man kann gut morgens nach dem Frühstück los und nachmittags um 16.00 Uhr wieder am Pool sein und die Sonne genießen.

Auf jeden Fall sollte man auch (mindestens) eine Levada-Wanderung machen. Levadas sind Bewässerungskanäle, die schon lange bestehen und bis heute genutzt werden, Durch ein ausgeklügeltes System wird so die ganze Insel bewässert, das Wasser wird aus dem feuchten, regenreichen Norden in den Trockenen Süden geleitet. So kommt es dazu, dass es überall grünt und blüht. Entlang der Bewässerungskanäle sind Wege angelegt, um die Kanäle zu erhalten. Und auf diesen Wegen kann man wandern. Einige Wege kann man sicherlich alleine finden - einige sollte man mit einem kundigen Wanderführer erkunden. Er erzählt dann auch viel Wissenswertes über die Flora und Fauna am Wegesrand. Dadurch gibt es immer einmal Pausen und die Wanderung ist nicht anstrengend. Steigungen gibt es sowieso meist nur in geringem Maße, da die Wassergräben auch nur wenig Steigungen haben. Aber es gibt Ausnahmen - es gibt auch steile und gefährlich Levada-Wanderwege. Weitere Infos zu Ausflügen und Wanderungen erhält man an den Hotelrezeptionen und bei den vielen Ausflugsanbietern. Wanderungen gibt es viele, kosten ab ca. 19 Euro pro Peron, inklusive Tranfers zum Startpunkt und Abholung am Endpunkt (man braucht also nicht zum Startpunkt zurück, der Vorteil der organisierten Wanderungen). Es  lohnt sich!

Neben Madeira gibt es noch eine Strandinsel - Porto Santo. Dort gibt es dann das, was Madeira nicht hat: Strand in Hülle und Fülle. Aber diesmal war uns nach Natur und Bergen.  Porto Santo besuchen wir dann das nächste Mal. Denn Madeira ist mehrere Reisen wert.

16. Jul, 2017

Polis, unser diesjähriger Urlaubsort, war früher eher ein Hippie- und Backpacker-Ziel. Besonders beliebt war damals wohl der Campingplatz. Dieser liegt auch sehr schön, mitten in einem Eukalyptuswald und an einem schönen Strand mit Strandbar.

Und ein wenig Hippie-Feeling gibt es wohl noch. Morgens waren wir im Ort Frühstücken. Und haben eine internationale Hochzeitsgesellschaft gesehen, die durch den kleine Ort zog, Eine Mischung aus Engländern, Deutschen und Zyprioten. Und nachmittags trafen wir die Hochzeitsgesellschaft wieder. Am Strand, Im Wasser. Die Braut sogar mit Brautkleid und Brautstrauß im Wasser, die Bräutigam sicherheitshalber wohl ohne Anzug, nur mi Hemd. Es war sehr lustig, es wurde viel gefeiert und gelacht. So ein wenig altes Hippie-Feeling ist noch vorhanden - auch wenn die Brautleute eher die Kinder oder Enkel der ehemaligen Hippies waren.

22. Jun, 2017

Zu einem richtig guten Urlaub gehört auch richtig gutes Essen.

Deshalb ist unser Lieblings-Restaurant in Polis auch "Ch.Karouzis". Diese nette, recht unscheinbare Restaurant liegt auf dem Weg zu Hospital und Campingstrand. Kleine Terrasse, familiäre Atmosphäre und gutes Essen, das auch nach etwas schmeckt. Das ist auf Zypern leider nicht immer so. Zypern gehörte lange zu Großbritannien und auch heute noch machen viele Briten auf der Insel Urlaub. Und irgendwie schaffen es die Briten, noch die besten Zutaten so zuzubereiten bwz. zu verkochen, dass sie noch rein gar nix mehr schmecken.... Leider.... hört sich furchtbar an. Ist aber leider Tatsache. Und leider haben sich viele Restaurants auf Zypern auf den "Geschmack" der Briten eingestellt. Wo ist das nicht so? Eben bei Karousiz. Oder im Arsinoe Fischrestaurant am Ende der kleine Fußgängerzone in Polis. Unbedingt dieses Restaurant nehmen, das mit den roten Tischdecken. Die "Fish Tavern" schräg gegenüber sieht zwar gut aus - hat aber noch absolut geschmacksneutrales Essen.

Ein besonderer Tipp in Polis: Tinas Art Cafe. Es wird von einer Deutschen geführt, die mit einem Zyprioten verheiratet ist. Im liebevoll gestalteten Garten sitzt man wunderschön und kann Frühstücken oder guten Kuchen und erfrischende Getränke genießen. Geöffnet ist von morgens 10 Uhr bis 18 Uhr. Also nichts fürs Abendessen - aber schön, um die Mittagshitze bei kühlen Getränken im schattigen Garten zu verbringen. Und langweilen muss man sich nicht. Tina führt eine umfangreiche Bibliothek mit einer großen Auswahl, von Anspruchsvoll bis Krimi. Und auch viele Kinderbücher. Für einen Bücher-Fan wie mich ein wunderbarer Ort. Und das Beste: Man muss keine Bücher mehr mit in Urlaub nehmen. Einfach dort ausleihen, kostet ca. 50 Cent. Mit dem Erlös finanziert Tina neue Bücherregale.

18. Jun, 2017

Urlaub - auf Zypern. Zum zweiten Mal. Uns hat es vor 3 Jahren nämlich sehr gut hier gefallen. Diesmal mussten wir nicht im Hochsommer fahren. Sondern konnten den Juni wählen. Allerdings ist hier auf Zypern dann auch schon Hochsommer - das hat uns doch etwas überrascht. Für die zweite Ferienwoche haben wir uns dann doch für Klimaanlage im Schlafzimmer entschieden. Es wird zwar abends draußen etwas kühler (25 statt über 30 Grad) aber die Zimmer sind doch sehr aufgeheizt.

Wir wohnen - wie letztes Jahr - in den Bayview Appartments in Polis. Die Appartments sind sehr nett und modern eingerichtet. Kein Luxus - aber alles da, was man braucht. Diesmal haben wir ein zweistöckiges Appartment. Unten Wohnraum mit Küchenzeile und kleiner Terrasse (für morgens, dann ist es auf dieser Terrasse schattig). Und oben Bad und Schlafzimmer mit Balkon mit Meerblick (obwohl das Meer ein klein wenig weg ist, ca. 50-100 Meter - aber dazwischen sind nur Olivenhaine und Felder). Abends sitzen wir dort oft beim Wein oder beim Abendessen. Die Anlage selbst hat nur 18 Appartments, also klein und überschaubar - wie wir es mögen. Es gibt einen Pool, eine kleine Taverne und einen sehr hübsch gestalteten Garten mit einer geradezu verschwenderischen Blütenpracht.

http://www.bayviewapt.com/

Polis selbst ist ein recht kleiner Ort, früher ein Ziel für Backpacker und Hippies, der Strand am Campingplatz hat noch ein wenig dieses Feeling - aber dazu später mehr.

Im Ort gibt es eine Mini-kleine Fußgängerzone mit Boutiquen und Restaurants. Supermarkt gibt es auch - also alles da. Ansonsten ist das Leben hier aber beschaulich - trotz Tourismus.

2. Dez, 2016

Erholen, Durchatmen und gleichzeitig kulinarisch genießen und eine malerische Altstadt gleich nebenan - all dies geht im Romantik Hotel Bergström in Lüneburg.

Dieses Hotel ist wirklich etwas ganz Besonderes - und der Aufenthalt dort hat mich begeistert. 

Da ist zum einen das Hotel selbst. Kein "Kasten" sondern eine Ansammlung verschiedener historischer Gebäude, in denen die Hotelzimmer und die Hoteleinrichtungen untergebracht sind. Mitten im malerischen Wasserviertel von Lüneburg gelegen, viele Gebäude mit Sicht auf den Fluss - und auch vom Wellnessbereich blickt man direkt aufs Wasser. Es gibt verschiedene Restaurants, schön und gemütlich eingerichet - nicht zu vergleichen mit den oft "Hallenartigen" Restaurants in vielen anderen Hotels. Die Restaurants und das Frühstücksbüffet sind auch bei den Einheimischen sehr beliebt - was für die Qualität spricht. Ich habe selten so ein gutes Frühstücksbüffet erlebt - angefangen von den vielen denkbaren Eierspeisen (frisch zubereitet) über verschiedene Fischsorten bis hin zu Brot aus der hauseigenen Bäckerei und bis zum (wirklich hochwertigen) Sekt.

Die Zimmer sind schlicht-elegant eingerichtet, jedes Zimmer ein wenig anders (da in alte Gebäude integriert), die Ausstattung ist sehr gut (inkl. Wasserkocher für Tee oder Kaffee) und das Hotel ist insgesamt komfortabel und elegant gestaltet - und dabei sehr gemütlich. Jetzt im Winter gab es einen offenen Kamin - und im Sommer gibt es Terrassen und Biergärten direkt am Wasser. 

Zwischendurch kann man den Wellnessbereich genießen (in einem Extra-Gebäude auf dem Wasser gelegen) oder den Pool nutzen (in einem wieder anderen Gebäude) oder am Kamin sitzen, einen Tee bestellen und ein Buch lesen. Und abends in der gemütlichen Piano-Bar einen Drink nehmen. Und dann das 3-Gang-Menü im Restaurant. Dann wird es ein optimaler Tag.

Durch die zentrale - und doch ruhige - Lage des Hotels ist die Besichtigung der malerischen Altstadt von Lüneburg kein Problem (man ist quasi schon mittendrin) und auch zum Bahnhof sind es nur 5 Gehminuten.

Wir waren zwei Nächte im Hotel und wir würden jederzeit wiederkommen. Das nächste Mal dann vielleicht im Sommer, um die Cafeterrassen zu nutzen. Diesmal haben wir die Winterstimmung und den Lüneburger Weihnachtsmarkt genossen.